Systematik

Webspinnen (=Aranae), sowohl orthognathe als auch labidognathe, gehören zum Stamm der Gliederfüßer (=Arthropoda) und bilden mit vielen anderen Ordnungen die Klasse der Spinnentiere (=Arachnida).

Ordnungen der Arachnida:

Acari= Zecken und Milben
Amblypygi= Geißelspinnen
Aranae= Webspinnen
Opiliones= Weberknechte
Palpigradi= Tasterläufer
Pseudoscorpiones= Afterskorpione
Ricinulei= Kapuzenspinnen
Schizomida= Zwergfadenskorpione
Scorpiones= Skorpione
Solifugae= Walzenspinnen
Uropygi= Geißelskorpione

Die Entwicklung von Spinnen begann vor etwa 400 Millionen Jahren, wobei sich die Vorfahren zu den heutigen Spinnen durch eine Segmentierung des Hinterleibs unterscheiden. Diese Segmentierung finden wir heute nur noch bei einer einzigen Familie von Spinnen, den sogenannten Gliederspinnen (=Mesothelae; Familie Liphistiidae, etwa 40 Arten in 2 Gattungen).

Denen gegenüber stehen die Opisthothelae, die sich in zwei weitere Unterordnungen einteilen lassen, die Orthognatha (auch Mygalomorphae) und die Labidognatha (auch Araneomorphae). Diese Begriffe leiten sich aus der Stellung der Chelizeren (Beißwerkzeuge) der Spinnen ab,

bei orthognathen Spinnen verlaufen die Beiß- werkzeuge annähernd parallel zueinander, bei labidognathen Spinnen hingegen fassen sie von den Seiten aufeinander zu.

Die orthognathen Spinnen gelten als die entwick-lungsgeschichtlich älteren im Gegensatz zu den labidognathen Spinnen. Zu letzteren gehört der weitaus größte Teil in den verschiedensten Erscheinungsformen, z.B. Schwarze Witwen, Wolfspinnen, Krabbenspinnen, Springspinnen, Radnetzspinnen.

Als unter 15 Familien bekannteste orthognathe Vertreter zählen die Vogelspinnen, weniger bekannt sind z.B. die Dipluridae oder auch Fallstürspinnen.

Bei den labidognathen Spinnen werden nur relativ wenige Arten dauerhaft nachgezüchtet. Meistens sind verschiedene Ctenidae (Jagdspinnen), Sparassidae (Riesenkrabbenspinnen), Theridiidae (Kugelspinnen), Sicariidae (nur die beiden Gattungen Loxosceles und Sicarius) oder Radnetzspinnen (überwiegend Nephila, Nephilengys, Argiope sp.) in der Terrarienhaltung zu finden.

Der überwiegende Teil dieser Tiere ist für den Menschen vollkommen ungefährlich, es befinden sich jedoch auch hochgiftige Arten auf dem Markt. Solche Arten gehören nur in die Obhut von erfahrenen Spinnenliebhabern.

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